Historie

Der Ausbildungslehrgang CAS Mediation, wie er heute von der Universität Freiburg zum fünften Mal angeboten wird, existiert bereits seit mehreren Jahren und kann auf eine erfolgreiche Vorgeschichte zurückblicken.

Er wurde vorher während Jahren in praktisch derselben Form und mit denselben ReferentInnen vom Institut für Rechtswissenschaft und Rechtspraxis an der Universität St.Gallen (IRP-HSG) durchgeführt.

Erste universitäre Mediationsausbildung in der Schweiz am IRP-HSG

Im Jahr 2000 hat Professor Ivo Schwander als Direktor des Instituts für Rechtswissenschaft und Rechtspraxis an der Universität St.Gallen (IRP-HSG) zusammen mit der Mediatorin Caroline Bono und zwei sehr bekannten amerikanischen Pionieren der Mediation, nämlich Gary Friedmann und Jack Himmelstein, die erste Ausbildung für Mediatorinnen und Mediatoren auf universitärer Stufe in der Schweiz angeboten. Sie richtete sich hauptsächlich an Juristinnen und Juristen.

Nach den ersten beiden Ausbildungsgängen hat der Schweizerische Dachverband für Mediation SDM-FSM erstmals konkrete Richtlinien für die Anerkennung von Mediationslehrgängen erlassen. Diesen neuen, strengen Anforderungen entsprach die bisherige Ausbildung des IRP-HSG nicht.

Professor Ivo Schwander hat deshalb die beiden Mediatoren Thomas Flucher und Otmar Schneider im Herbst 2003 mit der grundlegenden Neukonzeption der Mediationsausbildung betraut.

Neuer Mediationslehrgang am IRP-HSG ab 2004

Aufgrund der 2003 neu erlassenen Richtlinien des Dachverbandes für Mediation konnten Thomas Flucher und Otmar Schneider die Mediationsausbildung am Institut für Rechtswissenschaft und Rechtspraxis an der Universität St.Gallen (IRP-HSG) komplett neu gestalten.

Anfangs 2004 wurde der neue Ausbildungslehrgang „Mediation in Wirtschaft, Arbeitswelt und öffentlichem Bereich“ erstmals ausgeschrieben.

In der Zeit von Juni 2004 bis September 2012 konnte dieser Lehrgang vom IRP insgesamt elf Mal durchgeführt werden. Er war auch weiterhin die einzige Mediationsausbildung auf universitärer Stufe in der Schweiz. Das neue Programm hat sich von Anfang an bewährt. Die Lehrgänge waren immer praktisch ausgebucht, sie wurden von mehr als 320 Personen absolviert.

Neuausrichtung des Weiterbildungsangebotes an der Uni St.Gallen

Im Sommer 2010 beschloss das IRP, diese Ausbildung trotz ihres Erfolges nicht mehr weiter anzubieten, weil der Lehrgang aufgrund seines Umfangs von 29 Tagen nicht mehr in das neue Konzept mit kürzeren und modular kombinierbaren Weiterbildungsangeboten der Universität St. Gallen hineinpasste.

Da eine Verkürzung der bisherigen Ausbildung nicht möglich war, ohne die Anerkennung des Schweizerischen Dachverbandes für Mediation SDM-FSM zu verlieren, haben sich die Lehrgangsleiter Thomas Flucher und Otmar Schneider intensiv um eine neue Trägerschaft auf universitärer Ebene bemüht und diese schliesslich an der Universität Freiburg gefunden.

Die Professorin Alexandra Jungo und Professor Hubert Stöckli waren gerne bereit, den bisherigen Zertifikatslehrgang von St. Gallen weiterzuführen.

Fortsetzung der bisherigen Lehrgänge an der Universität Freiburg

Mit Start im Herbst 2011 wurde der Ausbildungslehrgang unter dem Titel „CAS Mediation – Wirksame Konfliktlösung in Wirtschaft, Arbeitswelt und öffentlichem Bereich“ in praktisch unveränderter Form und mit demselben Team angeboten.

Inhaltlich geändert hat sich gegenüber der Ausbildung in St. Gallen nur, dass die Stundenzahl um 6 Stunden auf insgesamt 220 Stunden erhöht wurde und dass die bisherigen Gastreferate der Professoren Dr. Ivo Schwander und Dr. Vito Roberto neu von Frau Prof. Dr. A. Jungo und von Herrn Prof. Dr. H. Stöckli gehalten werden. Die Ausbildung in Freiburg wird sowohl vom SDM als auch vom SAV wie bis anhin anerkannt.

Aufgrund des erfolgreichen Starts werden nun regelmässig Mediationslehrgänge an der Universität Freiburg ausgeschrieben. Dabei ergänzen noch zusätzliche GastreferentInnen das bisherige Team der ReferentInnen.